Basel-Neuheit 2011: Opus 11 von Harry Winston

Seit nunmehr 10 Jahren setzt das Haus Harry Winston auf die Kreativität und Fertigkeit unabhängiger Uhrmacher, die einmal jährlich Gelegenheit haben ein neues Modell der „OPUS“-Ära zu erschaffen. Die in diesem Jahr vorgestellte „OPUS Eleven“ ist das Werk von Denis Giguet und sorgt mit einer bisher nie da gewesener Technologie und Baukunst für das nahezu Unglaubliche. Raffinierte Mechanismen verleihen der Uhr ein einzigartiges Wesen – ein explosives Temperament, das die Zeit zum Narren hält. OPUS Eleven ist mehr als nur ein Zeitmesser: Zu jeder vollen Stunde zerlegt sie ein kunstfertiges Puzzle in seine Einzelteile, um diese anschließend sofort wieder selbst zusammenzufügen. Das äußerst komplexe Gehäuse zieht die Blicke auf sich. Drei überlappende Zylinder sind auf drei Ebenen so eingestellt, dass sie die Zeit dekonstruieren. Der Hauptkreis ist der Stunde gewidmet und wird von zwei Zylindern flankiert. Der eine zeigt die Minuten an – die Zehnerminuten auf einer springenden Scheibe und die einzelnen Minuten auf einer laufenden. Der andere, etwas weiter unten angeordnet, lässt den gleichmäßigen Takt des großen Titanrads der Unruh erkennen.

Alle 60 Minuten zerfällt die Stundenanzeige unter dem aus Saphir gefertigten Uhrglas in einen kurzen Zustand völliger Anarchie. Die Stundenziffer im Zentrum des Kreises zerspringt in heilloses Durcheinander, um sich noch im selben Augenblick wieder als neue Stunde zusammenzusetzen. Bis zur nächsten Dekonstruktion bleibt sie bewegungslos. Anstelle eines Zeigers sind es 24 Tafeln, die über dem komplizierten, auf einem epizykloiden Räderwerk angebrachten Zahnradsystem drehen und rotieren. Mittels eines Räderwerks aus acht Zeigerstellrädern, drei elliptischen Zahnrädern, einem dreieckigen Rad und sechs konischen Trieben sorgen vier Satelliten, die mit jeweils drei Tafelpaaren auf einer rotierenden Plattform angebracht sind, für eine vertikale Übertragung. Die Zahnräder bewirken die Änderung der Rotationsachse der Tafeln und deren Anordnung gemäß einem komplizierten Drehmanöver. Das dreieckige Rad und die elliptischen Zahnräder sind so berechnet, dass sie das Übersetzungsverhältnis der Zahnräder variieren können, um Erschütterungen aufzufangen und eine Kollision der Tafeln zu vermeiden.

Die Zahnprofile der dreieckigen und elliptischen Eingriffe wurden mithilfe modernster Programme entwickelt. Sie verfügen über eine solche Kraft, dass sie unkonventionelle und sogar extreme Eingriffe berechnen und darstellen sowie verschiedene Parameter, wie etwa das Zahnradspiel, analysieren können. Die Teile werden per Fotolithografie gefertigt, einem Verfahren, das Kleinstteile mit einer durch herkömmliche Herstellungsverfahren nicht zu erreichenden Präsizion anfertigt.

Die konischen Triebe für die Kegelzahnräder sind gerade einmal 1,2 Millimeter breit, doch sind die Profile und Winkel ihrer Zähne dank der neuen Fertigungstechnologie völlig exakt. Der Weg der Tafeln wurde berechnet, um den nötigen Platz für ihr Umblättern zu minimieren. Dennoch bietet das Zifferblatt aus Saphirglas, das ebenso kompliziert in der Fertigung ist, dem stündlichen Ereignis genügend Raum.

Der transparente Glasboden des Gehäuses aus Gold gewährt den Blick auf ein Uhrwerk mit Handaufzug im Stil der Uhrwerke alter Taschenuhren mit großem Unruhrad. Der Mechanismus setzt sich aus insgesamt 566 Einzelteilen zusammen, darunter 155 Juwelen, und wurde ganz und gar in der langen Tradition klassischer Uhrmacherkunst gefertigt, was wiederum im Gegensatz zur ausgefallenen Stundenanzeige steht. Eine Ausführung der Uhr ist in modernem Stil mit Diamanten besetzt: Eine einfache Linie von Diamanten im Prinzessschliff bringt die Kontur des Gehäuses zum Strahlen.

Jeweils an ihrem Ende zersplittert die Stunde in ihre Einzelteile und setzt sie ad infinitum in neuen Stunden wieder zusammen. Diese Komplexität und der außerordentliche Erfindungsreichtum machen OPUS Eleven zu einem wichtigen Meilenstein in Harry Winstons alljährlichem Bestreben, „die Zeit neu zu erforschen“. Die „OPUS 11“ gibt es in einer limitierten Auflage von nur 111 Uhren.

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Hans Hörl ist seit mehr als 30 Jahren im Medien- und Verlagsgeschäft, und seit 16 Jahren auf das Luxus-Lifestyle-Segment spezialisiert. Er ist Gründer und Herausgeber der online-Magazine FiNE ART OF LIVING und NeueUhren.de.

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