Der Ferrari unter den Automobil-Designpreisen 2011 ist vergeben

„Nein, man wolle die bewährte Zusammenarbeit mit Pininfarina keineswegs infrage stellen“ antwortete Luca die Montezemolo auf die Frage von Journalisten nach den Hintergründen des Design-Wettbewerbes „Ferrari Design Contest 2011“ einerseits, und dem zügigen Ausbau des werkseigenen „Centro Stile“ andererseits. Pininfarina sei seit Jahrzehnten ein bewährter und wichtiger Partner im Exterieurbereich für Ferrari, jedoch mache die Entwicklung neuer Modelle, die ständig steigenden Anforderungen und Möglichkeiten der Individualisierung im Interieurbereich, aber auch ein als „ausbaufähig“ bezeichneter  Merchandising- und Lizenzbereich die Erweiterung eigener Ressourcen erforderlich.

Unter diesen Perspektiven war vor etwa einem Jahr der jetzige Designchef Flavio Manzoni von Volkswagen nach Maranello gewechselt, der zu seinem Einstand von Luca di Monetezemolo gleich den Auftrag für die Umsetzung der Idee für einen globalen Designwettbewerb für den „Ferrari Hypersportwagen“ erhielt. Im Lastenheft des Wettbewerbes für den Ferrai des 3. Jahrtausends stand das Design eines Hyper-Sportwagens, das auf Basis des aktuellen „State of the Art“ auch zukünftig signifikante, Energiesparende Antriebstechniken und Materialen mit einbezieht und die Performance auf allen Ebenen steigert. Vorgegeben waren das Design eines vierrädrigen Fahrzeuges mit einer Länge von 420 – 470 mm und eine Breite von maximal 2000 mm. Es sollte kompakt aber auch dynamisch wirken,  die ausgewogene aber doch eindeutige Linienführung eines Super-Sportwagens vermitteln und eine Brücke zur traditionellen Verbindung der Marke zur Formel 1 schlagen.

Als Technologiepartner konnte Ferrari seinen Software-Partner Autodesk gewinnen, dessen Software weltweit bei allen Automobilherstellern und Hochschulen eingesetzt wird, und der Studenten während des Studiums seine Software kostenlos zur Verfügung stellt. Unter den Voraussetzungen einheitlicher Parameter und Entwicklungstools war die Beteiligung von 50 renommierten Designhochschulen an diesem weltweit ausgeschriebenen Wettbewerb offensichtlich auch nicht sonderlich überraschend. Aus den 50 Nennungen kamen letztlich 15 in die letzte Auwahlrunde, aus der nun die drei Sieger nominiert und ausgezeichnet wurden:

Mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurden mit Kim Cheong, Ahn Dre und Lee Sahngseok drei junge, unscheinbare junge Studenten der Hongik University (Seoul), mit dem  zweiten Platz ausgezeichnet wurden Samir Sadikhov von der IED Turin, und für den dritten Platz mit dem Modell „Cavallo Bianco“  erhielten auch Henry Cloke und Qi Haitao von der RCA in London lebhaften Applaus.

In seiner Laudatio betonte Luca die Montezemolo daß die Märkte in Fernost nicht nur zunehmende Bedeutung als Absatzmärkte für Ferrari gewinnen würden, sondern auch im Bezug auf Design in vielen Bereichen das enorme Potenzial dieser Länder erkennen ließen. 90 Prozent der verkauften Ferraris gehen in den Export, und der chinesische Markt sei auf dem besten Wege sich vom derzeit drittgrößten Markt für Ferrari schon 2012 nach Europa zum zweitgrößten zu entwickeln.

„Der Ferrari Design Contest ist für uns ein Fenster, das wir der Welt und den kreativen Energien der nächsten Generationen offen halten werden“ so Montezemolo nach der Preisverleihung.  „Ich habe aus erster Hand die vielen innovativen Ideen talentierter junger Menschen kennen gelernt und die enorme Professionalität mit der sie diese umsetzen. Und ich bin sicher daß wir die eine oder andere in einem Ferrari der Zukunft wiederfinden werden“

„Nein, einen Ferrari mit Elektroantrieb könne er sich nicht vorstellen“ antwortete Montezemolo auf die Frage eines Journalisten und schien dabei die Geräuschkulisse eines draussen auf der Teststrecke lautstark seine Runden drehenden Fahrzeuges sichtlich zu genießen. „Ein Ferrari ist Ausdruck von Emotion – das ist wie der faszinierende Anblick einer schönen Frau, dem man sich nicht entziehen kann“. Allerdings schloss Montezemolo die Entwicklung eines Ferrari mit Hybridantrieb nicht aus. „Wenn wir allerdings irgendwann ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb bauen, dann wird es auf jeden Fall das schnellste sein“.  (Fotos: Ferrari, Fine Art of Living) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Written by

Hans Hörl ist seit 1979 im Medien- und Verlagsgeschäft und war in leitenden Postionen tätig. Anfang 2000 gründete er Media Service Partner und spezialisierte sich im laufe der Jahre auf das Luxus-Lifestyle-Segment. Er ist Gründer und Herausgeber der Online-Magazine FiNE ART OF LIVING und NeueUhren.de.

You may also like...

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie deren Verwendung zu. Weitere Informationen

Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Close