Der neue 3er BMW

Wenn etwas in der sechsten Generation weitergeführt wird, sollte das das verpflichtendes Erbe sein, Kapital das es nicht zu verspielen gilt. Zugleich aber auch die  Herausforderung, sich zukunftsorientierten Perspektiven zu stellen und diese mit den „Erbgenen“ zu kombinieren. Dies stand wohl auch im Pflichtenheft für Ingenieure und Designer von BMW bei der Entwicklung der nun  nahe Barcelona vorgestellten, jüngsten Generation des 3er BMW. 12,5 Millionen Fahrzeuge verkaufte BMW vom 3er seit seiner Einführung 1975, der mit 32,6% Anteil am Gesamtverkauf aller BMW das meist verkaufte Modell ist. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Kunden (und auch des Vorstandes von BMW) an die neue Baureihe. Fine Art of Living hat sich „den neuen“ mal angesehen und im Hinterland von Barcelona auf den dafür prädestinierten, kurvenreichen Straßen rund um Montserrat für Sie gefahren.

Erster Eindruck: der „Neue“ ist gewachsen, man könnte sagen: erwachsen geworden. Die Karosserie ist um 93 mm, der Radstand um 50 mm länger als beim Vorgänger. Und breiter ist er auch: Radstand vorne plus 37 mm und hinten plus 47 mm. Gefällig kommt er daher, vorne mit einem neuen, frischen „Gesicht“ , bis an die flachere, klassische „Niere“ gezogene Scheinwerfer, von hinten sieht er aus wie der „kleine Bruder“  des aktuellen 5er, ohne dabei eine eigenständige, charakteristische Linienführung aufzugeben. Groß auch die Erwartungshaltung beim Einsteigen: hier finden wir bequem Platz in Sportsitzen mit  optimaler Seitenführung, elektrisch verstellbar nach bekanntem BMW-Standard.

Am Armaturenbrett, die Designer nennen es „Dashboard“ , gibt es einige neue Eindrücke. Weniger was die Armaturen hinter dem Lenkrad betrifft, sondern die neue Interpretation der bisher BMW-typischen „fahrerorientierten Ausrichtung“. Wo bisher mittig angeordnet unter einer separaten Hutze ein Bildschirm für das Navigationssystem und andere
elektronische über den i-Drive steuerbare  Features beheimatet war, ist das Armaturenbrett nun abgeflacht. Über den, an gewohnter Stelle mittig angeordneten Luftausströmern reckt sich ein querformatiger Flachbildschirm empor wie ein dort  eingestecktes i-Pad. Man erwartet spontan daß es, abhängig von Zündung „an“ oder „aus“  einklappt oder  ausfährt, doch nichts bewegt sich denn der Bildschirm hat dort einfach seinen festen Platz. Die Bedienung ist, für jemand der schon mal BMW gefahren ist, entsprechend intuitiv und über den  i-Drive zu steuern.  Dadurch konnten die Interieur-Designer das Armaturenbett flacher gestalten was zu einem deutlich großzügigeren Raumgefühlauf den vorderen Plätzen beiträgt. Alle anderen Bedienelemente finden sich an den BMW-typischen Positionen, also keine Überraschungen. Doch halt:  für Fahrer denen ein „normaler“ BMW noch nicht genug Erlebnis ist, gibt es einen „Fahr-Erlebnisschalter“ auf der Mittelkonsole: hier hat man die Wahl zwischen den Einstellungen   COMFORT, SPORT, SPORT +, mit dem ECO PRO Modus, der in allen Modellen weitere Einsparpotenziale beim Spritverbrauch ermöglicht und dies auch als „Bonus“ über zusätzlich gewonnene Reichweite im zentralen Kombi-Instrument anzeigt.

Der längere Radstand trägt nicht nur zu mehr Fahrkomfort bei, sondern auch zu einem größeren Platzangebot für die Passagiere im Fond. Mehr Platz als bisher bietet auch das um 20 l auf 480 l angewachsene Kofferraumvolumen. Die Gewichtsverteilung von 50:50 trägt zu einem sehr ausgewogenen Fahrverhalten bei das nahe dem eines 5er liegt, in Kurven jedoch noch mehr Fahrdynamik gestattet als der „große Bruder“.

Zum Start der neuen Modellgeneration bietet BMW als Motorisierung den 320 d, und als Benzinvariante den 328 i an. Alle Motoren verfügen über die BMW-Twin-Turbo-Technologie, so auch der  328i der kein Sechszylinder mehr ist, sondern  ebenfalls ein 4-Zylinder der durch die Twin-Turbo-Technologie den 2 l Hubraum 180 kW/ 245 PS leistet und seine Kraft  über die Hinterräder auf die Straße bringt.  Damit folgt auch BMW dem derzeitigen Trend zum Downsizing in der Motorentechnologie, liefert jedoch zugleich optimierte Leistungswerte, mehr Fahrdynamik und geringeren Verbrauch. Kulturschock zunächst für alle, für die der Name BMW gleichlautend war mit dem sonoren und turbinenartigen, laufruhigen Geräusch der typischen 6-Zylinder; Doch wer als BMW-Liebhaber nicht auf einen Sechszylinder verzichten will muss sich etwas gedulden, ein 335 i mit dem als „Engine oft the year“ ausgezeichneten  Triebwerk, ebenfalls mit Twin-Turbo-Technologie und 306 PS wird nachgereicht. Und es würde uns wundern, wenn ein 330d lange auf sich warten ließe.

Der 320 d mit 184 PS gefiel uns durch den bekannt spontanen Dieselantritt und Schub bereits aus niedrigen Drehzahlen, die (optionale) 8-Gang-Automatik liefert samtweiche und kaum merkliche Schaltvorgänge und kaum mehr hörbares Motorengeräusch auch bei zügiger Autobahnfahrt.  Für Spritsparfüchse bietet BMW mit der 320d EfficientDynamics Edition eine weiter verbrauchs-optimierte Variante des 320 d mit einem Verbrauch von 4,1 l Diesel (im EU-Testzyklus) an. Hörbar eifriger geht da der 328i mit 2 l Hubraum und 245 PS zu  Werke, dessen Drehzahl stets eilig durch sämtliche Bereiche bis zu 7000 U/Min (dort beginnt beim Drehzahlmesser das rote Segment) wieselt um das geforderte Leistungsvolumen abzurufen. Die Gewichtsverlagerung von 50:50 entlastet die Vorderachse und bringt zusätzlichen Gewinn an sportlicher Agilität. Für welches der Modelle Sie sich entscheiden sollten – Fahrspaß und -Freude sind auch beim neuen 3er ohne Aufpreis mit an Bord. Zugleich bringt der längere Radstand ausgewogenen Komfort, der in Verbindung mit der 8-Gang-Automatic aus dem 3er eine reife Limousine auch für lange Strecken macht.

Sowohl der 320 d als auch der 328i werden als Basismodelle mit reichlichen Ausstattungsoptionen wie bisher angeboten. Neu im Angebot sind mit „Modern“, „Sport“ und „Luxury“ drei in sich komplett durchgestylte Ausstattungslinien: Modern Line mit harmonisch abgestimmten, dezenten Interieurfarben, Sport Line mit optischen Rot-Schwarz-Kontrasten außen als auch im Passagierraum, und die Luxury Linie, deren sehr wertig anmutendes und elegant farblich abgestimmtes Interieur eher gehobenes, traditionellen Werten verpflichtetes Klientel anspricht. Die Fahrzeuge der drei Varianten werden mit jeweils ausstattungsspezifischen Alufelgen in 17 oder 18 Zoll ausgestattet. Ab Sommer 2012 soll auch ein M-Ausstattungspaket angeboten werden. Die Preise liegen für die Basisversionen bei 35.350,- (320d), € 37.400,- (328i) und € 43.600,- (335i). Die Ausstattungslinien Modern, Sport oder Luxury schlagen mit jeweils € 1.900,- zu buche.

So scheint auch der neue 3er die besten Voraussetzungen mitzubringen um diese Baureihe auch in Zukunft zur meist verkauften sportlichen Limousine seiner Klasse zu machen.

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Hans Hörl ist seit mehr als 30 Jahren im Medien- und Verlagsgeschäft, und seit 16 Jahren auf das Luxus-Lifestyle-Segment spezialisiert. Er ist Gründer und Herausgeber der online-Magazine FiNE ART OF LIVING und NeueUhren.de.

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