Ennstal Classic

Die Ennstal Classic 2018 im Zeichen von 70 Jahre Porsche 356

Die Ennstal Classic 2018 (18. – 21. Juli) steht ganz im Zeichen von 70 Jahre Porsche 356. 238/17/52 sind die Schlüsselzahlen der 26. Ennstal Classic: 238 Starter, 17 Nationen, 52 verschiedene Marken und eine Menge Prominenz machen diesen 3-Tage Event für Oldtimer bis Baujahr 1972 zur renommiertesten Classic-Car Veranstaltung unseres Landes.

Ennstal-Classic mit Rekordstarterfeld: 238 Teams mit 51 Marken aus 17 Nationen 

Der Andrang spiegelt den Beliebtheitsgrad der Ennstal-Classic wider. Aus über 300 Nennungen wurden vom Veranstalter-Duo Michael Glöckner und Helmut Zwickl 238 Starter ausgewählt.  Nicht weniger als 51 verschiedene Marken werden am Donnerstag, den 19. Juli in Gröbming von der Startrampe rollen und sich in Richtung Salzburgring begeben, ein Etappenziel das erstmals befahren wird. Österreichs repräsentativste Oldtimer-Rallye schickt Teilnehmer aus 17 Nationen in die Alpen-Arena, unter anderem Piloten aus China, Australien, Mexico, Irland und Russland. 

Porsche, auch diesmal der Partner Nummer eins der Ennstal, feiert heuer das 70 jährige Jubiläum des zum Mythos gewordenen 356er, im Starterfeld besitzt die Stuttgarter Marke mit dem österreichischen Ursprung in Gmünd, mit 43 Autos die höchsten „Marktanteile“. Platz zwei hält Jaguar mit 30 Wagen, gefolgt von Alfa Romeo mit 22 Startern und Mercedes-Benz mit 19. Nicht weniger als zehn Ferrari, so viele wie schon lange nicht, stehen in der Starterliste und längst verblichene Exoten werden das Publikum erfreuen wie Alvis, Auburn, Devin, Iso Rivolta, Riley, Lagonda, Siata, DKW, Ballot, AC Cobra und Talbot.

Ennstal Classic © Hans Hörl

Die Ennstal Classic feiert „70 Jahre Porsche 356“.

Die Quelle des Porsche-Mythos liegt im kärntnerischen Gmünd. Und so wird Dr. Wolfgang Porsche im ältesten 356 aus dem Jahre 1948 den ZENITH Grand Prix am 21. Juli in Gröbming eröffnen. Die Teilnehmer müssen am 1. Fahrtag 370 km unter die Räder nehmen, Höhepunkt ist die Sonderprüfung auf dem Salzburgring, Zieleinlauf ist ab 18 Uhr in Schladming. Am 2. Fahrtag stehen 411 km im Roadbook, Zuschauer-Hotspot ist Steyr, insgesamt sind 21 Sonderprüfungen an beiden Tagen zu absolvieren. 

Philosophie der Veranstalter Michael Glöckner und Helmut Zwickl: „Die Ennstal ist kein Blumenkorso, es geht um sportliches Autofahren“! Legenden, Stars und Top-Manager machen Gröbming auch heuer wieder zur Radnabe der Classic-Car Szene: Derek Bell, Hans-Joachim Stuck, David Brabham, Dr. Wolfgang Porsche, Daniele Audetto, Jo Ramirez, Mario Illien, Franz Wurz, Dieter Quester, VW Motorsportchef Fritz Enzinger, Gregor Bloeb, Nina Proll, Christian Clerici, Rudi Roubinek, Siegfried Wolf und Ex-Justizminister Dr. Wolfgang Brandstetter werden am Start stehen.

Und auch Arturo Merzario kommt, der Niki Lauda 1976 am Nürburgring aus dem brennenden Ferrari rettete. Merzario wird Freitag in Niederöblarn und Samstag beim ZENITH Grand Prix von Gröbming einen Abarth Rennsportwagen demonstrieren.

Die Ennstal-Classic bietet Motorsport wie früher, ohne elektronische Drehkreuze und bei freiem Eintritt mit Autos, die in der Geschichte technische Meilensteine setzten.

Ennstal Classic 2017 © Hans Hörl

Legenden, Stars und Top-Manager bei der Ennstal-Classic 2018. Sie geben der 26. Ennstal-Classic Glanz und Gesprächsstoff und stehen mit ihren Autos auf der Strecke und in Gröbming im Mittelpunkt:

  • Derek Bell: Fünffacher Le Mans Sieger und zweifacher Sportwagen-Weltmeister.
  • Hans Joachim Stuck: 74 Formel 1 Starts, zweifacher Le Mans Sieger, Deutscher Tourenwagen Meister.
  • Arturo Merzario: Der heute 75jährige fuhr 57 Formel 1 Rennen auf Ferrari, Williams, March, Wolf und seinem Grand Prix-Eigenbau und er gilt als Lebensretter von Niki Lauda, als dieser am 1. August 1976 am Nürburgring seinen Feuerunfall hatte.
  • David Brabham: 24 Formel 1 Starts, gewann mit Alex Wurz und Marc Gene 2009 auf Peugeot in Le Mans.
  • Dieter Quester: War bereits 1959 Motorboot-Europameister, 1968/69/77/83 Tourenwagen-Europameister, fährt auch mit 79 noch Rennen.
  • Dr. Wolfgang Porsche: Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, Aufsichtsratsmitglied der VW und Audi AG.
  • Dr. Josef Arweck: Leiter der gesamten Porsche Kommunikation in Stuttgart.
  • Fritz Enzinger: Leitete Porsches WEC Programm, heute Chef aller Motorsportaktivitäten des VW Konzerns.
  • Wilfried Porth: Vorstandsmitglied der Daimler AG, Personal und Arbeitsdirektor, zuständig für Mercedes VANS.
  • Daniele Audetto: Ex-Ferrari Rennleiter, Ex-Fiat Motorsportchef, Ex-Formel 1 Koordinator bei Lamborghini.
  • Jo Ramirez: Der Mexikaner arbeitete als Mechaniker für Maserati, Lamborghini, am Ford-GT40-Projekt in England, bei Tyrrell und Fittipaldi. 1983 kam er zu McLaren, wo er als Team-Manager die große Zeit von Lauda/Prost, danach die Senna/Prost-Honda-Ära und 1998/99 die beiden WM-Titel von Mika Häkkinen erste Reihe Mitte erlebte.
  • Mario Illien: Seine Motoren gewannen 86 IndyCar Rennen und sechsmal das Indy-500, 1998 und 1999 sicherten sie Mika Häkkinen den WM-Titel.
  • Franz Wurz: Wurde 1974 und 1976 Rallye Cross Europameister, gilt als Erfinder der ÖAMTC Fahrtechnik-Kurse. 
  • Christian Clerici: Der bekannte TV-Moderator ist ein leidenschaftlicher Racer. Seine Liebe gilt den großvolumigen Ami-Boliden.
  • Rudi Roubinek: Wurde mit der TV Serie «Wir sind Kaiser» populär, arbeitet als Kabarettist und Drehbuch Autor. Mit Oldtimern verschönert er sich seine knapp bemessene Freizeit.
  • Gregor Bloeb: Der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler und so nebenbei ein Dakar-Sieger, ist mit dem TV- und Bühnen Star Nina Proll verheiratet. Bei der Ennstal-Classic treten sie als Testimonial von Alfa Romeo auf.
  • Peter Kraus: Der gefeierte Rock`n Roll-Star verkaufte in seiner langjährigen Karriere, die 1956 begann, insgesamt über 17 Millionen Tonträger.
  • Dr. Wolfgang Brandstetter: Der frühere Justizminister und Kurzzeit Vizekanzler gilt als wahrer Fan des historischen Motorsports.
  • Peter Schöggl: Der Leiter der AVL Rennabteilung in Graz gilt als Österreichs Formel 1 Experte Nr. 1.
  • Dr. Dieter Böhmdorfer: Der Ex-Justizminister fährt als Navigator mit seinem Sohn Florian sehr erfolgreich Oldtimer-Rallies auf Jaguar.
  • Siegfried Wolf: Der Ex-Magna-Steyr Präsident ist heute Aufsichtsratsvorsitzender bei „Russian Machines“, einem Mischkonzern des Oligarchen Oleg Deripaska. Er hat einen russischen Rennwagen aus dem Jahre 1938 zu neuem Leben erweckt.
  • Frank Hensel: Mitglied des REWE International AG Aufsichtsrates.
  • Rudolf Humer: Chef der ECE European City Estates mit Sitz in Hinterbrühl bei Wien.
  • Robert Engstler: Bentleys Regional Direktor für Europa.
  • Hans Peter Schützinger: Vorstandssprecher der Porsche Holding GmbH in Salzburg.
  • Helmut Eggert: Porsche Markenleiter in Österreich.
  • Patrick Peter: Er ist quasi der Bernie Ecclestone der Classic-Car Szene und Veranstalter der Le Mans-Classic und Tour Auto.
  • Michael Krammer: Der Rapid-Präsident hat neben Fußball eine große Schwäche für alte Autos.
  • Toni Mörwald: Zählt zu den bekanntesten Köchen in Österreich.

Ennstal Classic 2017 © Hans Hörl

Targa Florio Legende in Gröbming: Strietzel Stuck fährt Porsche 908/3

Genau dieser Porsche 908/3 wurde unter Kinnunen/Rodriguez im Jahre 1970 Zweiter, hinter den Teamkollegen Siffert/Redman bei der mörderischen Targa Florio in Sizilien. Der Finne Leo Kinnunen verdrängte in der letzten Runde den stärkeren Ferrari 512S von Giunti mit einer Rekordrunde  von 33:36 min. vom zweiten Platz. Porsche hatte den 908/3 speziell für die Kurvenorgie der Targa Florio gebaut und so  lange über eine Waschrumpel-Piste gehetzt, bis es keine Schwachstelle mehr gab. Als Basis nahm man den 909 Bergspyder des Jahres 1968. Es galt den 3-Liter Achtzylindermotor aus dem Porsche 908 einzupflanzen. Insgesamt wurden für die Targa vier Fahrgestelle aufgebaut, drei Fahrzeuge erhielt das John Wyer-Team für Siffert/Redman, Kinnunen/Rodriguez und Attwood/Waldegard (Rang 5). Den vierten Wagen bekam Porsche Salzburg für Vic Elford/Hans Herrmann, der aber keine Zielflagge sah, weil Elford einen auf der Straße liegenden Stein überfuhr und einen schweren Crash baute. Strietzel Stuck wird die 350 PS starke Targa-Legende,  die mit 545 kg extremen Leichtbau darstellt, beim ZENITH Grand Prix von Gröbming demonstrieren. Nach einer Sitzprobe bei Porsche meinte Stuck: „Ich freue mich darauf, denn ich bin noch nie den 908/3 gefahren.“

Derek Bell – Der fünffache Le Mans Sieger startet mit Bentleys Familiensilber!

Derek Bell (c) Ennstal ClassicDerek Bell (77), ist eine charismatische Persönlichkeit und für den Motorsport ein wunderbarer Botschafter. Er fuhr zwischen 1968 und 1969 neun Formel 1 Grand Prix auf Ferrari, McLaren, Brabham, Surtees und Tecno. Sechsmal konnte er sich nicht qualifizieren, weil die Autos nicht konkurrenzfähig waren. 1970 wurde er, auf einem Surtees beim US Grand Prix von Watkins Glen, Sechster. Der Mann, der 1941 in Pinner, Middlesex, geboren wurde und auf einer Farm aufwuchs, der 1964 gleich sein erstes Rennen in Goodwood auf einem Lotus 7 gewann, schrieb auch ohne Formel 1-Erfolge Motorsportgeschichte. Er gewann fünfmal die 24 Stunden von Le Mans, dreimal (1975, 1981, 1982) mit Jacky Ickx, zweimal (1986, 1987) mit Hans Stuck/Al Holbert, dabei viermal mit Porsche. Derek ist Le Mans!

1985 und 1986 gewann er den Fahrertitel der Sportwagen-Weltmeisterschaft. Er überlebte ein ganzes Starterfeld. Mit seinem wettergegerbten Gesicht könnte er jedem Südtiroler Herrgott-Schnitzer Modell stehen. Die Nächte von Le Mans und Daytona wo Tempo 370 angesagt war, scheinen eingraviert. Jedes Fältchen ein Abenteuer, eine Sternstunde, ein Drama, eine Erinnerung. 
Derek hat noch die romantische Zeit der großen Langstreckenrennen genossen, wo die Rennstrecken weder von Schikanen noch von riesigen Sturzräumen entschärft waren, man fuhr in Le Mans zu zweit und nicht zu viert wie heute. Stirling Moss war der Held seiner Jugend, später wurde Derek in Florida Hausnachbar von Susie und Stirling. Bentley gibt ihm das Familiensilber für die Ennstal: den berühmten Bentley Blower 4 ½ lt. aus dem Jahre 1929.

Peter Kraus fährt Ennstal-Classic

Peter Kraus (c) Ennstal ClassicPeter Kraus fährt einen Aston Martin Ulster Baujahr 1934! Der gefeierte Rock`n Roll-, Film- und TV-Star, Drehbuchautor, Plattenproduzent und Winzer in der Südsteiermark verkaufte in seiner langen Karriere, die 1956 begann, insgesamt über 17 Millionen Tonträger. 
2006 erhielt er den „ECHO“ Preis für sein Lebenswerk. Am 1. Oktober 2017 verletzte er sich in der Eurovisionssendung „Spiel für dein Land“ schwer und brach sich die Schulter.

Heuer ist der leidenschaftliche Oldtimer-Fan wieder bei der Ennstal am Start. Der wunderschöne Aston Martin Ulster (Baujahr 1934) leistet mit 1.5 Lit. Hubraum 85 PS. Am Nebensitz navigiert Peter Steng. Für die Ennstal schrieb er einst einen speziellen Song, mit dem in den Etappenorten sein Eintreffen angekündigt wurde!

 

Niki Laudas Lebensretter fährt Abarth bei der Ennstal-Classic!

Arturo Merzario (c) Ennstal ClassicArturo Merzario (75), fuhr 57 Formel 1 Rennen auf Ferrari, Williams, March, Wolf und seinem Grand Prix Eigenbau und er gilt als Lebensretter von Niki Lauda, als dieser am 1. August 1976 am Nürburgring seinen Feuerunfall hatte. In „La Gazzeta dello Sport“ gab er seinerzeit die erregendste Schilderung der Lauda Rettungsaktion zu Protokoll: «Als ich in der Bergwerk-Kurve die gelben Fahnen sah, bremste ich aus 260 ab. Ich sprang sofort aus meinem Williams, entschlossen zu helfen. Kaum war ich aus dem Wagen, hörte ich die Schreie von Niki. Ich ließ mir von einem Streckenposten einen Feuerlöscher geben und begann zu löschen. Lauda schrie um Hilfe, seine Schreie waren schrecklich. Dann übernahm Harald Ertl den Feuerlöscher und er schlug eine Gasse in die Flammen, in die Edwards und ich uns hineinstürzten. Wir hatten größte Mühe Niki aus dem Wagen zu ziehen, denn seine Gurte ließen sich nicht gleich öffnen…»

Merzario bekam viel später von  Niki für die heroische Rettungsaktion eine goldene Uhr geschenkt… Heuer kommt der inzwischen 75jährige Italiener zur Ennstal-Classic. Wir werden ihn am Freitag auf dem Alpenfluglatz Niederöblarn beim Racecar Showrun sehen und am Samstag beim Gröbminger ZENITH Grand Prix. In beiden Fällen wird er jenen Abarth 2000S Sportwagen demonstrieren, mit dem er 1969 die Europa-Bergmeisterschaft bestritt.

Deutschlands beliebteste Rennfahrer-Ikone bei der Ennstal-Classic!

Hans-Joachim (Striezel) Stuck (c) Ennstal Classic„Strietzel“ Stuck ist Jahrgang 1951 und sicher eine der schillerndsten und humorvollsten Persönlichkeiten der Vollgasbranche und zugleich Deutschlands populärste und beliebteste Rennfahrer-Ikone. Dank seines Talents war er einer der besten Allround-Rennfahrer der Welt. Ob Porsche, Audi, BMW, ob 1000 PS starke Turbo-Prototypen oder Renntourenwagen, ob IMSA oder Deutsche Meisterschaft, Formel 2, Le Mans, Daytona, Sebring oder Interserie, ob Sportwagen-WM oder ITC: Stuck war immer wie Wein, der mit den Jahren immer besser wurde. 

Seine Heldentaten sind Legenden. Nelson Piquet, immerhin ein dreifacher Formel 1 Weltmeister, war fassungslos, wie schnell sein Co-Pilot Hans Stuck mit einem 800 PS starken M1 Turbo am Nürburgring fahren konnte, da kam selbst er nicht mit. Stuck fuhr 71 Formel 1 Grand Prix, er hatte meist richtige Gurken und nie ein konkurrenzfähiges Auto, weder bei March, noch bei Brabham, Shadow und ATS. Von seinen unzähligen Siegen greifen wir nur diese raus: 1985 Langstrecken-Weltmeister auf Porsche, Sieger in den 24 Stunden von Le Mans (1986, 87), Nürburgring (1998, 2004) und Dubai (2006). Für die Ennstal-Classic bekommt er vom Porsche-Museum das stärkste Auto: einen 356 Carrera GT mit 180 PS aus dem Jahre 1966.

Wenn man den „Strietzel“ Stuck im Starterfeld hat, fährt der Spaß und die gute Laune mit!

Die Drei aus der Formel 1: Ramirez – Brabham – Audetto

Zur Ennstal-Classic kommen drei Legenden mit großer Formel 1-Vergangenheit. Der Mexikaner Jo Ramirez, Jahrgang 1942, kam mit Ricardo Rodriguez 1960 nach Europa. Er arbeitete als Mechaniker für Maserati, Lamborghini, am Ford-GT40-Projekt in England, bei Tyrrell und Fittipaldi. 1983 kam er zu McLaren, wo er als Team-Manager die große Zeit von Lauda/Prost, danach die Senna/Prost-Honda-Ära und 1998/99 die beiden WM-Titel von Mika Häkkinen erste Reihe Mitte erlebte. Zusammen mit seinem Navigator Alberto Dona fährt er einen Porsche 912 von Franz Wittner.

David Brabham ist der jüngste von drei Söhnen des dreifachen Formel 1-Weltmeisters Jack Brabham und der Einzige von ihnen, der wie sein Vater, an Formel 1-Rennen teilnahm. Der 1965 geborene David Brabham fuhr 1990 auf Brabham und 1994 auf Simtek in der Formel 1 wo Roland Ratzenberger sein Teamkollege war, der in Imola tödlich verunglückte. 2009 gewann er zusammen mit Alex Wurz und Marc Gene auf einem Peugeot 908 die 24 Stunden von Le Mans. Dieser Sieg gelang ihm 50 Jahre nachdem sein Vater Jack 1959 seine erste Formel 1-WM gewann und 16 Jahre nach dem Triumph seines Bruders Geoff, der 1993 ebenfalls für Peugeot in Le Mans gewann. 
Bereits 2003 wurde der Australier zusammen mit Johnny Herbert und Mark Blundell auf Bentley Zweiter in Le Mans. Heuer fährt David Brabham erstmals die Ennstal-Classic (Co-Pilot Georg Treusch) auf einem 6.2 Liter, 340 PS starken Chrysler 300 den sein Freund Bruno Flückiger vorbereitet hat, der ehemalige Techniker, Manager und Garagist aus der Schweiz. David Brabham hat sich kürzlich den Namen Brabham rechtlich gesichert und es kam zur Gründung von «Brabham Automotive». Ein Superauto – der BT62  – wird auf Kiel gelegt. Der 5.4 Liter, 700 PS starke V8 soll rund 1 Million Pfund kosten und nur in 70 Exemplaren produziert werden.

Daniele Audetto zählt in der Vollgasbranche zu den Urgesteinen. Er war Ferrari-Rennleiter, als Niki Lauda 1976 im Regen-Chaos von Fuji mit den Worten aus dem Ferrari stieg: «Es gibt wichtigere Dinge im Leben als die Weltmeisterschaft – nämlich zu leben». Daniele Audetto zog Niki verwirrt und geschockt beiseite, die ganze Tragweite dieses Ausstiegs erfassend: «Sag, es war ein Motorschaden, sag, was du willst, erfinden wir eine Entschuldigung…» «Nein» konterte Lauda, «wir bleiben bei der Wahrheit…» 

Audetto begann als Co-Pilot von Luca di Montezemolo und Sandro Munari im Lancia Werksteam. Er löste später Montezemolo als Ferrari-Rennleiter ab. Als Chef aller Fiat-Motorsportaktivitäten war er für den Gewinn des FIA-CUP 1977 mit Sandro Munari und den Rallye-Konstrukteurs-Titel 1980 verantwortlich. Ab 1981 sah man ihn in der Formel 1 als Business und Marketing-Konsulent bei Arrows, bei Toleman, in der Powerboat-WM, bei Lamborghini managte er zwischen 1989 und 1993 das Formel 1-Motoren Programm, dann arbeitete er in der Superbike-WM, bis Ende 2002 war er bei Arrows, bis der Rennstall geschlossen wurde. Beim Formel 1-Team von Renault übernahm er den Job des Business Entwicklungs-Direktors. Daniele Audetto, mittlerweile 75, ist zum zweiten Mal bei der Ennstal-Classic. Oldtimer- und Lancia Spezialist Helmut Neverla hat das Flavia-Coupé (1.8 Lit., 90 PS, Bj.1964) vorbereitet.

Ennstal classic (c) Ennstal Classic

Maserati A6GCS: Das Siegerauto von einst

Gian-Pietro Rossetti und Werner Kummer aus der Schweiz zünden ein Auto, das zu den sagenhaften Klassikern der Rennsport Geschichte zählt: einen Maserati A6 GCS/53 Fantuzzi.Das A steht für den Konstrukteur Alfieri, 6 für den 170 PS Sechszylindermotor, G für den Zylinderblock aus Gusseisen, C für Corsa und S für Sport. Insgesamt sollen vom A6GCS ungefähr 67 Exemplare zwischen 1947 und 1955 gebaut worden sein (Rosettis Wagen ist Baujahr 1954), wobei 17 Stück der Urversion entsprachen und 52 Exemplare den Modellen ab 1953. 

Zwischen 1947 und 1961 war dieser in der 2 Liter Klasse dominierende Rennzweisitzer 516 Mal am Start und für viele Privatfahrer das Instrument zum Siegen. Gian-Pietro Rossetti schwärmt: „Mit diesem Maserati über die Pässe der Ennstal-Classic zu fahren – das ist Autofahren pur!“

Ennstal Classic 2017 © Hans Hörl

Mark Webber und Dr. Wolfgang Porsche

Dr. Wolfgang Porsche ist 75!

Am 10. Mai feiert Dr. Wolfgang Porsche seinen 75. Geburtstag. Er ist der jüngste Sohn von Dorothea und Ferry Porsche. Der berühmte Ferdinand Porsche, in dessen Konstruktionsbüro unter anderem der VW-Käfer entwickelt wurde, war sein legendärer Großvater. Der Doktor der Handelswissenschaften ist eine „herausragende Unternehmerpersönlichkeit“ (Zitat Ex-Bundeskanzler Schüssel). Seit 2007 ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, der Porsche Automobil Holding SE, Aufsichtsratsmitglied der Volkswagen AG und der Audi AG. 

Wolfgang Porsche wurde zwei Mal geschieden und hat einen Sohn und eine Tochter aus erster und zwei Söhne aus zweiter Ehe. Seit 2007 ist er mit Claudia Hübner, Professorin für Zivil- und Strafrecht an der Hochschule Ludwigsburg und ehemalige Staatsrätin, liiert. Er ist Inhaber des mehr als 600 Jahre alten Schüttgutes in Zell am See, das seit 1941 als Stammsitz der Familie dient. Auf seinem alpenländischen Bio-Bauernhof hält der „Nebenerwerbslandwirt“  200 Rinder. Seine Philosophie charakterisiert ihn: „Ich habe in meinem Leben immer wieder gemerkt wie wichtig es ist, jegliche Überheblichkeit abzuschütteln und demütig zu sein.“

Er ist das menschliche Gesicht hinter den Autos, die seinen Namen tragen. Er repräsentiert die Familie und lebt den Mythos immer wieder am Steuer dieser Autos, die längst zum Synonym für Sportwagen wurden. Seit Jahren bei der Ennstal-Classic mit dabei, führt er auch heuer das Porsche Aufgebot des Stuttgarter Werks-Museum zum Jubiläum «70 Jahre 356» an den Start.
Das gesamte Ennstal-Classic-Team wünscht Dr. Porsche
Happy Birthday!

Die Holleis-Brüder auf Jaguar SS100

Jaguar ss 100 (c) Ennstal ClassicHans-Jörg und Günter Holleis bringen bei der Ennstal-Classic den einzigen Jaguar SS100 an den Start.Der britische Klassiker erfuhr in den letzten Jahren eine große Wertsteigerung. Der Holleis-Wagen ist ein Modell 1938, dessen 3,5 Liter-Sechszylinder-Motor 160 PS leistet. Zur Info: Der SS100 wurde im Herbst 1935 parallel zum SS Jaguar 2 ½ Liter von der SS Cars Ltd., mit Sitz in Coventry auf den Markt gebracht. Er war wie sein Vorgänger SS90 ein zweisitziger Roadster. 

Es ist das erste Fahrzeug das den Namen Jaguar trägt. Im März 1945 wurde nämlich die Firma des Herstellers auf Jaguar umgeändert, da der Nationalsozialismus dem Kürzel SS ein negatives Image bescherte. Das Nachfolgemodell war der Jaguar XK 120.

Ennstal Classic 2017 © Hans Hörl

 

Das Bugatti-Team aus der Uhren-Branche

Andrea Daum-Hübner und Astrid Stüger-Hübner

Andrea Daum-Hübner und Astrid Stüger-Hübner sind die Töchter des unvergessenen Uhren-Papstes Christian Hübner vom Wiener Graben.Heute führen sie das bekannte Geschäft ihres verstorbenen Vaters, wo neben allen großen Uhrenmarken auch der Ennstal-Classic Partner Zenith geführt wird und zugleich der Vertrieb des Zenith-Ennstal-Classic Chronograph angesiedelt ist. 
Das Damenteam fährt einen Bugatti 37A (Baujahr 1928) aus dem Nachlass ihres Vaters, der bereits bei der Ennstal-Premiere 1993 am Start war.

Zwei Ex-Minister bei der Ennstal!

Mit Wolfgang Brandstetter und Dieter Böhmdorfer stehen zwei ehemalige Justizminister am Start, die wahre Oldtimer-Fans sind. Wolfgang Brandstetter chauffiert einen VW K70 aus dem Jahre 1971, Dieter Böhmdorfer ist der Navigator am Nebensitz seines Sohnes Florian. Zusammen hat man in einem Jaguar Mark II, Baujahr 1962, schon etliche Siege bei Oldtimer-Rallyes gefeiert.

Ein Motorenkonstrukteur der Renngeschichte schrieb bei der Ennstal-Classic!

Mario Illien, der als Motorenkonstrukteur Renngeschichte schrieb, startet auf einem Jaguar XK 120, Baujahr 1950. Der Schweizer Maschinenbau-Techniker fing 1979 bei Cosworth an, lernte dort Paul Morgan kennen und gründete 1984 mit diesem die Firma Ilmor. Zusammen mit dem amerikanischen Rennstallbesitzer und Industriellen Roger Penske entwickelte Illien den Ilmor-Chevrolet-Motor, der zwischen 1987 und 1993 in der bis dahin von Cosworth-Motoren dominierten Rennserie insgesamt 86 IndyCar-Rennen gewann. Sechsmal die 500 Meilen von Indianapolis und fünf IndyCar-Titel. 

Ab 1991 wurde der Ilmor Formel 1-Motor von March, Tyrrell, Sauber und Pacific eingesetzt. 1993 stieg Mercedes bei Ilmor ein. 1998 und 1999 halfen die Ilmor-Motoren mit McLaren für Mika Häkkinen den Fahrer-WM Titel zu gewinnen. Nach Paul Morgans Tod 2001, erhöhte die DaimlerChrysler AG im Jahr 2002 ihre Anteile an Ilmor auf 55 Prozent. Illien gründete im Jahr 2001 die „Special Projects Group“ als eigenständig agierende Firma innerhalb von Mercedes-Ilmor Limited. 

Nachdem DaimlerChrysler 2005 die restlichen 45 Prozent an Mercedes-Ilmor übernahm und das Unternehmen in Mercedes-Benz High Performance Engines umbenannte, erwarb Illien gemeinsam mit Roger Penske die „Special Projects Group“ einschließlich der Namensrechte an Ilmor und gründete erneut die Ilmor Engineering Ltd. Man produzierte IRL-Triebwerke für Honda und NASCAR-Motoren für Penske. Sein Ennstal-Co-Pilot im Jaguar XK120 ist sein Landsmann Daniel Mauerhofer.

Ennstal classic (2018 (Foto von 2017 (c) Hans Hörl)

Ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde!

Dieter Quester bei der Ennstal. Er ist fast so berühmt wie der BMW 328. Dieter Quester ist wie kein anderer Motorsportler ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde. Er war 1959 und 1962 bereits Motorboot-Europameister, 1968, 69, 77 und 83 Tourenwagen-Europameister auf BMW. Niemand fuhr mehr 24 Stunden-Rennen, er siegte in Le Mans, am Nürburgring, in Aspern und Macao, in Monza, in Spa und Riverside. Niemand fuhr mehr Rennserien als er, Formel 2, IMSA, ALMS, US-Sportscar-Championship, FIA-GT, Procar und DTM. 1972 wurde er hinter Reutemann-Peterson Dritter in der F2 EM. 

Er hatte Teamkollegen wie Didier Pironi, Henry Pescarolo, Stefan Bellof, Christian Danner, Hans-Joachim Stuck, Derek Bell, Hubert Hahne, Manfred Winkelhock und Gerhard Berger. Dieter Quester besiegte Clay Regazzoni, Jochen Rindt und Niki Lauda. Und der 1939 geborene Wiener fährt immer noch, denn Motorsport ist sein Leben. Mit seinem BMW 328, der von Christian Nell in einem sagenhaft perfekten Zustand restauriert wurde, nimmt er die Ennstal unter die Räder. Am Nebensitz wie immer Anja Schiemann als Navigator. 

Träger eines berühmten Namens bei der Ennstal: David Brabham

David Brabham ist der jüngste von drei Söhnen des dreifachen Formel 1-Weltmeisters Jack Brabham und der einzige von ihnen, der, wie sein Vater, an Formel 1-Rennen teilnahmDer 1965 geborene David Brabham fuhr 1990 auf Brabham und 1994 auf Simtek in der Formel 1. Roland Ratzenberger war sein Teamkollege, der in Imola tödlich verunglückte (Photo: li. David Brabham, re. Roland Ratzenberger). 2009 gewann er zusammen mit Alex Wurz und Marc Gene auf einem Peugeot 908 die 24 Stunden von Le Mans. Dieser Sieg gelang ihm 50 Jahre nachdem sein Vater Jack 1959 seine erste Formel 1-WM gewann und 16 Jahre nach dem Triumph seines Bruders Geoff, der 1993 ebenfalls für Peugeot in Le Mans gewann. Bereits 2003 wurde der Australier zusammen mit Johnny Herbert und Mark Blundell auf Bentley Zweiter in Le Mans.

Heuer fährt David Brabham erstmals die Ennstal-Classic (Co-Pilot Georg Treusch) auf einem 6.2 Liter, 340 PS starken Chrysler 300 den sein Freund Bruno Flückiger vorbereitet hat, der ehemalige Formel 1 Techniker, Manager und Garagist aus der Schweiz. David Brabham hat sich kürzlich den Namen Brabham rechtlich gesichert und es kam zur Gründung von „Brabham Automotive“.

Ennstal Classic 2018 (Foto von 2017 © Hans Hörl)

Die Sieger früherer Ennstal-Classic Rallyes stehen auch heuer wieder am Start.

Das Vater-Sohn Duo Alexander und  Florian Deopito gewann letztes Jahr mit einem Lagonda. Das war der erste Gesamtsieg für ein Vorkriegsauto. Heuer fahren sie einen Volvo 122S Rallye, Baujahr 1958.

„Mr. Mothwurf“ Helmut Schramke gewann mit seinem Co Peter Umfahrer in einem Jaguar XK 150 in den Jahren 2003, 2006 und 2012. Auch heuer zünden sie ihren Jaguar aus dem Jahre 1960.

Sebastian Klackl fährt einen Porsche 356B mit Nicola Kovacic. Er wurde 2010 Gesamtsieger.

Richard Kaan holte sich 1996 den Ennstal-Sieg, diesmal fährt er mit Oliver Lammel einen Ford Cortina MkII, Baujahr 1969.

Pius Weckerle und Othmar Schlager führen auf Porsche 911 eine erfolgreiche Cockpit-Ehe, sie gewannen bereits 2008 die Ennstal-Classic.

Friedrich Radinger und sein Schwiegersohn Thomas Wagner wollen mit ihrem Mini 1275GT heuer den dritten Sieg anpeilen, nachdem sie bereits 2015 und 2016 gewonnen haben.

Alois Heidenbauer, der mit seinem Ferrari Dino 246 GT bereits 2011 Gesamtsieger wurde, hat sich heuer Super-Athlet Wolfgang Erhart zum Co genommen.

Gery Brandstetter, der beliebte Internist aus Stockerau, ist wieder mit seinem Schwiegersohn Martin Hochfelsner am Nebensitz unterwegs. Sein Alpine Renault A110, Baujahr 1972, ist eine Rarität. Das Duo gewann bereits im Jahre 2002.

Der Gesamtsieger erhält die „Alfred Neubauer-Trophy“, die es zum Andenken an den legendären Mercedes-Rennleiter seit 1996 nur bei der Ennstal-Classic gibt.
Die 1964 von Mercedes-Benz England gestiftete Trophäe wurde an Leute wie John Surtees, Jim Clark, Jochen Rindt und Niki Lauda verliehen.   

Mehr über den größten Österreichischen Oldtimer-Event auf auf der Webseite der Ennstal Classic

Ennstal Classic 2018 (Foto von 2017 © Hans Hör)l

#EnnstalClassic #Porsche #70yporsche356 #Porsche356

You may also like...

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie deren Verwendung zu. Weitere Informationen

Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Close