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Die Transsibirische Eisenbahn: Verblüffende Fakten zum 100.Geburtstag

Am 18. Oktober wird die Transsibirische Eisenbahn runde 100 Jahre alt. Bei Google, wo wohl noch immer der julianische Kalender maßgeblich ist, wurde bereits am 5. Oktober per Transsib-Animationsfilm gratuliert. Wer das Gefühl hat, dass die Transsib ihr Jubiläum schon vor einigen Jahren gefeiert hat, liegt nicht ganz falsch. Richtig ist: Vor genau einem Jahrhundert wurde die Amur-Brücke bei Chabarowsk eröffnet – erst mit diesem letzten Teilstück verlief die Transsib zwischen Moskau und Waldiwostok durchgängig auf russischem Hoheitsgebiet. Dieses Jubiläum der berühmtesten und mit 9.288 km auch längsten Bahnstrecke der Welt ist ein guter Anlass, auf dieses Mammutprojekt zurückzublicken, bei dem in 25 Jahren Bauzeit etwa 90.000 Arbeiter unter widrigsten Bedingungen Tausende Kilometer Schienen in unbewohnter Steppe und auf Dauerfrostboden verlegten.

Die Geburtsstunde der Eisenbahn-Legende schlägt am 31. Mai 1891.

ihr-freundliches-zugpersonal_copyright_marcel-mayerThronfolger Nikolai Alexandrowitsch Romanow, der spätere (letzte) Zar Nikolai II., ist auf beschwerlichem Weg nach Wladiwostok gereist, um hier in einer feierlichen Zeremonie mit dem ersten Spatenstich den Grundstein für die Eisenbahn durch Sibirien zu legen. Danach braucht er mehr als drei Monate, um zurück nach Moskau zu reisen. Die treibende Kraft hinter dem Jahrhundertprojekt ist sein Vater, Zar Alexander III., der – inspiriert von den transkontinentalen Eisenbahnlinien in den USA und Kanada – die weit entfernten Provinzen im Osten Russlands per Eisenbahn enger an sein Reich binden will.

Die Große Sibirische Bahn, wie man das Projekt zunächst nennt, wird in mehreren Bauabschnitten verwirklicht. Zeitweise sind um die 90.000 Arbeiter gleichzeitig am Werk – vor allem Kosaken, Bauern und Sträflinge, aber auch viele Gastarbeiter aus China, Italien und der Türkei. Von Westen geht der Ausbau gut voran, 1898 erreicht der erste Zug die Stadt Irkutsk am Baikalsee. Die Strecke im Osten, zu einem großen Teil auf Dauerfrostboden, bereitet jedoch Probleme. Daher wird ab 1903 zwischenzeitlich die Ostchinesische Bahn durch die Mandschurei als kürzere Alternative nach Wladiwostok genutzt. Erst 13 Jahre später, am 18. Oktober 1916, mit der Einweihung der 2,6 Kilometer langen Brücke über den Fluss Amur, wird die komplett auf russischem Territorium verlaufende Transsib in Betrieb genommen. Es hat somit stolze 25 Jahre gedauert, bis die Original-Transsib zwischen Moskau und Wladiwostok vollendet ist.

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Bereits 1900 – auf der Pariser Weltausstellung – wird erstmals für touristische Transsib-Reisen geworben.

Dafür kooperiert die Russische Eisenbahn mit dem Zugbetreiber Compagnie Internationale des Wagons-Lits. Im Laufe des 20. Jh. entwickeln sich Reisen auf der Transsib mehr und mehr zu einem Mythos – bis heute belegen sie einen Spitzenplatz in der Liste der faszinierendsten Reisen, die man auf unserem Planeten unternehmen kann. Eine Transsib-Reise war und ist stets ein Abenteuer – aufgrund der komplexen politischen, kulturellen, sprachlichen und klimatischen Bedingungen und der damit einhergehenden organisatorischen Herausforderungen.

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Ein deutscher Reiseveranstalter ist seit 30 Jahren besonders eng mit der legendären Strecke verbunden 

Lernidee Erlebnisreisen aus Berlin. Bereits 1986, noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, veranstaltet das Unternehmen seine erste Transsib-Reise. Damals geht ein Russisch-Kurs mit 12 Gästen an Bord des Linienzuges auf große Fahrt durch Sibirien. Seit 2001 hat der Zugreisen-Spezialist den exklusiven Zarengold-Sonderzug im Programm, mit dem heute bis zu 2.000 Gäste pro Jahr die Transsib buchstäblich erfahren. In den vergangenen 15 Jahren hat Lernidee Erlebnisreisen über 30.000 Gäste auf der Transsib begrüßt. Ja, es heißt tatsächlich auf der Transsib, nicht: mit der Transsib. Denn die Transsib, das ist nicht der Zug, das sind die legendären Schienen, auf denen man reist.

Eine Fahrt auf der Transsib kann man mit dem Linienzug oder mit dem Zarengold-Sonderzug unternehmen.

Dieser hat nicht nur die abwechslungsreichere Route – mit einer exklusiven Fahrt auf der Panorama-Trasse am Baikalsee –, sondern verfügt auch über sechs ganz unterschiedliche Abteil-Kategorien. Das Angebot reicht vom einfachen 4-Bett-Abteil über die sehr zutreffend bezeichnete Kategorie Nostalgie-Komfort bis hin zu den besonders komfortablen Bolschoi-Abteilen mit privatem Bad. In den gemütlichen Restaurantwagen kosten die Zarengold-Gäste landestypische Spezialitäten, probieren verschiedene Wodka-Sorten und genießen unterhaltsame Vorträge und Folklore-Darbietungen – wahrscheinlich die beste Art und Weise, das Jubiläum der berühmtesten Bahnstrecke der Welt zu zelebrieren.

Mehr Informationen zum Mythos Transsib und über die Reise-Möglichkeiten zum Jubiläum bieten die Webseiten www.transsibirische-eisenbahn.de und www.lernidee.de/transsib sowie der große Katalog Die Welt per Zug entdecken! 2017, der online abrufbar und bestellbar ist unter: www.lernidee.de/kataloge

 

Weitere Informationen zur Transsibirischen Eisenbahn und dem Zarengold-Sonderzug unter http://www.lernidee.de/de/transsib/100-jahre-transsib.html

 

Written by

Hans Hörl ist seit mehr als 30 Jahren im Medien- und Verlagsgeschäft, und seit 16 Jahren auf das Luxus-Lifestyle-Segment spezialisiert. Er ist Gründer und Herausgeber der online-Magazine FiNE ART OF LIVING und NeueUhren.de.

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