Gibt den Ton vor: Lange Zeitwerk striking Time

Nach der legendären „Lange 1“ dürfte die 2009 vorgestellte Armbanduhr „Zeitwerk“ einer der revolutionärsten Schritte des Hauses in Bezug auf die Anzeige der Uhrzeit gewesen sein. In dem sonst in Lange-typischen Format erwartete man das diesem Haus eigene Großdatum, musste sich aber eines Besseren belehren lassen: hier wurden „digital“ bei neun Uhr die Stunde, und – gegenüber bei drei Uhr – die Sekunden in der sonst der Datumsanzeige bekannten Anzeige auf Zahlenscheiben angezeigt. Zwischen sechs Uhr und dem Zentrum des Zifferblattes eine kleine Sekunde mit Zeiger,  gegenüberliegend dies Anzeige der Gangreserve die bei 36 Stunden liegt.

Die neue „Lange Zeitwerk striking Time“ ist nun abermals ein Schritt in eine neue Epoche, denn sie informiert ihren Träger auch akustisch klangvoll dezent über den Stand der Zeit. Dafür wurde sie mit zwei Schlagwerken neben der kleinen Sekunde ausgestattet: links für die Stunden, und rechts für die Viertelstunden. Gut zu sehen sind auch die beiden Tonfedern, die in eine Vertiefung zwischen Zifferblatt und Lünette eingebettet sind. Zu jeder Viertelstunde wird löst ein Mechanismus einen Schlag auf eine der beiden Tonfedern aus, ein höherer Ton für die drei Viertelstunden und ein tieferer Ton zur vollen Stunde. Das Schlagwerk nutzt dabei die hohen Kraftimpulse, die beim Weiterschalten der großen Ziffernscheiben freigesetzt werden und die noch ausreichend Energie für andere Anwendungen übrig ließen.

Ein Viertelstundenschlag ist in der Feinuhrmacherei eine seltene, aber auch nützliche Funktion die man bei der Lange“ Zeitwerk striking Time“ aber auch abschalten kann wenn man einen Drücker bei vier Uhr betätigt, der das Schlagwerk verstummen lässt. Diese „Sperrung“ lässt sich mit einem Blick durch das Saphirglas verfolgen, man kann sehen wie die Schlaghämmer von den Tonfedern weg gelenkt werden. Ein Prozess der auch beim Ziehen der Krone erfolgt, wodurch sich die Zeit in beide Richtungen frei einstellen lässt ohne daß der Schlagwerksmechanismus mitläuft und dabei möglicher Weise blockiert.

Mit ihren großen Ziffern zeigt die Uhr immer eine eindeutige Zeit an. Für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar schaltet das patentierte Nachspannwerk die Ziffernanzeige von Minute zu Minute, bis die Uhr zur vollen Stunde den „großen Sprung“ macht und alle drei Ziffernscheiben gleichzeitig um einen Zähler vorschnellen. Damit einhergehend dann auch der akustische Klang.

Im Gehäuse der „striking Time“ verrichtet das Manufakturkaliber L043.2 so zuverlässig seinen Dienst wie es Uhrenliebhaber zu Recht von einer „Lange & Söhne“ erwarten. Die aufwändige Dekoration der Werksteile von Hand und die Exzenterunruh mit Unruhspirale stammen aus eigener Fertigung. Das Werk der „Lange Zeitwerk striking Time“ tickt in einem Gehäuse von 44,2 Millimetern Durchmesser, das wahlweise in Weißgold mit schwarzem Zifferblatt, oder in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren in Platin mit rhodiniertem Zifferblatt angeboten wird. Beide Varianten werden mit einem handgenähten, schwarzen Krokoband ausgestattet, je nach Gehäusevariante mit der passenden, massiven Lange-Dornschließe in Weißgold oder Platin.

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Hans Hörl ist seit mehr als 30 Jahren im Medien- und Verlagsgeschäft, und seit 16 Jahren auf das Luxus-Lifestyle-Segment spezialisiert. Er ist Gründer und Herausgeber der online-Magazine FiNE ART OF LIVING und NeueUhren.de.

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