Los Angeles auto Show 2013

Los Angeles Auto Show 2013: Leistungs- und PS-Superlative dominieren

Die Trumm-Tronic: Ausgerechnet auf der Los Angeles Auto Show in Kalifornien. Hier, wo die Filmprominenz sich gerne mit nachhaltigen Autos schmückt, wo Tesla einen Großteil seiner Stromer verkauft, hier bolzen die Hersteller mit PS-Monstern. Irgendwo am Rand der Stände stehen zwar noch ein paar Hybride und Stromer, aber das Gros ist dem traditionellen Verbrennungsmotor gewidmet. Gerne auch dem großvolumigen V8. Willkommen zurück in der Auto-Steinzeit.

BMW i8 LAASBMW hat sie mitgebracht, den i3 und den i8.

Aber im Zentrum des Interesses stehen X5, X4, M6 und das Vierer-Cabrio/Coupé. Während erstgenannte Mobile, teils elektrisch und teils mit Range-Extender Benziner gut sind für die Reduzierung des Flottenverbrauchs, steht an der Rückwand des Standes „M The most powerful letter in the world“. Dass M und die dazugehörige GmbH nicht unbedingt Kostverächter anbieten, ist landläufig bekannt.

Audi ist auch mit der e-Tron Technik präsent,

indes sind es die beiden Buchstaben RS, die im Convention Centre Beachtung finden. VW präsentiert auf einer Bühne, den e-Golf, aber es ist der Touareg, der amerikanische Begehrlichkeiten weckt.
Mercedes steht im Zeichen der Konzeptautos A45 und des Viedeospiel-turned-reality Grand Tursimo. Vielleicht ein Ausblick auf einen SLS-Nachfolger, dessen „Final Edition“ gerade in den Markt kommt. Das fällt es fast nicht auf, dass neben dem 585 PS Showcar die XXXL-S-Klasse als S65 von AMG mit 12-Zylinder und Biturbo sogar 630 PS auf die Straße wuchtet.

Honda hält – noch – die Flagge der Brennstoffzelle hoch, Lexus hat ein Hybrid-Konzept am Start,

ein Feigenblatt für nachhaltige Bewegung. Aber GM, Ford. Chrysler und Mitspieler bolzen mit Pick-ups und SUV, die jeden Q7, X5 oder ML mühelos in den Schatten stellen. Viel Blech, viel Leistung, aber in Europa wohl eher mit Seltenheitscharakter. Außer dem „Edge“ von Ford, der zwar auch in L.A. noch als Cocept deklariert wird, aber schon sehr seriennah aussieht. Und Ford möchte mit diesem SUV in die Phalanx der X5, ML und Cayenne eindringen.
Mini bleibt sich fast treu, legt den etwas längeren und breiteren Kultflitzer im Land of the Free für all jene auf, die in der neuen Mini-Generation auch Kinder transportieren mögen. Der neue Dreizylinder-Benziner verfügt über 136 PS, was dem downgesizten Motor aber durchaus reichen sollte. Die Topversion ist anfangs der Mini Cooper S, mit Vierzylinder und 192 PS. Diese Maschine stemmt ein maximales Drehmoment von 280 Nm, im Overboost gar 300 Nm und dürfte im Alltag mehr als genug Power bieten, um auch mal im großen Gang zu cruisen. Aus dem BMW-Regal kommen dazu noch Luxus-Features wie ein Head-up Display jetzt auch beim Kultflitzer an. Das alles soll trotzdem mit geringerem Verbrauch Hand in Hand gehen. Abwarten, bis er auf die Straße kommt.

Jaguar legt nach. Nachdem der F-Type bis dato nur offen zu haben war, folgt jetzt eine hoch elegante Coupé-Version,

die günstiger sein wird als die Stoffmützen, aber mit 550 PS auch noch einmal stärker als das schnellste Cabrio. Dass er besonders nachhaltig sein soll, hat Jaguar nie behauptet. Dafür ist der F-Type – offen wie geschlossen – eine Augenweide für ambitionierte Sportwagen-Enthusiasten.
Jaguar F-Type Coupe
Nebenan steht bei der Schwestermarke Land Rover der Range Rover zu Gebote. Ohnehin kein Fahrzeug für Klaustrophobe, zeigen die Briten in L.A. die Langversion, bei der es für die Fondpassagiere extrem freiräumig zugeht. Nachhaltig(er) ist der Range Rover per se schon dadurch, dass er mit viel Leichtbau für erheblich reduziertes Gewicht sorgt. Ein Stromer wird er deshalb trotzdem nicht. Der kleine, kürzere und niedrigere Bruder Range Rover Sport wird ab 2014 in Europa als Hybrid reüssieren. Er soll dann nur noch knappe 6 Liter verbrauchen.
Macan Turbo
Ob das der Macan von Porsche auch schaffen wird, steht noch nicht zur Debatte. Der kleine SUV ist zunächst einmal Sportler. Mit 400 PS Spitzenleistung. Vergleichbare SUV aus Audis Q-Baureihe oder dem VW, Mercedes und BMW-Angebot werden sich nur hinter dem Macan verstecken können. Er ist nämlich, auch wenn Porsche zunehmend mehr SUV als Sportwagen verkauft, zunächst und zuvorderst mal ein Porsche. Und somit mehr als präsent von seiner Erscheinung her. Breiter als andere, mit größeren Kiemen für die Frischluftzufuhr, auch etwas niedriger und geduckter auf der Straße. Und wahrscheinlich so agil, fahrstabil und lässig wie die sportlichsten Brüder aus Zuffenhausen. Mit dem Macan hat Porsche in L.A. gepunktet. Mit einer echten Weltpremiere auf und auch für einen Markt, der für den Sportwagenbauer von allergrößter Bedeutung ist.  Macan, was aus dem Indonesischen übersetzt so viel wie Tiger bedeutet, ist sicherlich nicht nur kraftvoll, geschmeidig und schnell, sondern sicher auch sehr bald ein ernst zu nehmender Gegner für die SUV-Konkurrenz.

Ausgerechnet Los Angeles. Viele Yellow, Bell oder Chequered Cabs sind von einem japanischen Hersteller, der den ersten Hybridantrieb serienreif machte.

Sie sirren teilweise lautlos durch die Straßen der Metropole in Südkalifornien. Die Public Transportation läuft großteils mit Dieselantrieb. Aber der Individualverkehr steht nach wie vor tief in den Wagenspuren der ersten Siedler. Gas Guzzlers, also saufende Benzinmotoren gehören nach wie vor zu den Lieblingen der Amerikaner. Da macht die große Show im Convention Centre keine Ausnahme. (Text: Jo Clahsen / Fotos: Hersteller, LA Auto Show)
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Hans Hörl ist seit mehr als 30 Jahren im Medien- und Verlagsgeschäft, und seit 16 Jahren auf das Luxus-Lifestyle-Segment spezialisiert. Er ist Gründer und Herausgeber der online-Magazine FiNE ART OF LIVING und NeueUhren.de.

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