Mercedes-Benz Concept GLA: der Mercedes unter den kompakten SUV

Mercedes-Benz GLA Showcar; 2013

Mit dem Concept GLA zeigt nun auch Mercedes-Benz auf der „Auto Shanghai“ einen kompakten SUV der Premiumklasse. Unter der Haube des 4,383 m langen Konzeptfahrzeugs sitzt der 1.991 cm 3 große Vierzylinder-Turbobenziner mit 155 kW (211 PS), der seine Kraft mittels des automatischen Doppelkupplungsgetriebes 7G-DCT und des Allradantriebs 4MATIC auf die Straße bringtWie bei anderen Konzeptfahrzeugen, zeigt auch das des GLA eine Reihe innovativer Designansätze.  Hier zählen dazu unter anderem die kraftvolle Motorhaube mit Powerdomes sowie der sportliche Grill mit Zentralstern. Die neuartige Einfassung des Sterns geht fließend in zwei Querspangen über. Neu sind ebenso die Softcubes: Mercedes-Benz GLA Showcar; 2013Diese rechteckigen, mit einem weichen Radius geformten Noppen, die den Grill strukturieren, finden sich auch an den Seitenschwellern und den Endrohren des Auspuffs wieder. Die markanten, an zwei Streben montierten Außenspiegel sind gitterartig geschützt und damit ebenso ein SUV-Merkmal wie der Unterfahrschutz vorne. Eine auffällige Erscheinung ist der Concept GLA auch wegen seiner Lackierung in Alubeam Silber matt. Interessant auch die Seitenansicht in Form einer „Dropping-Line“: sie spannt sich ganz der Designphilosophie entsprechend aus dem Scheinwerfer heraus bis zum Radlauf der Hinterräder. Zusammen mit der Lichtkante auf der Fallung und der auf Schwellerhöhe ansteigenden Gegenlinie zur Dropping-Line entsteht ein einzigartiges Linienspiel an der Seitenwand, das dem Fahrzeug eine fließende Dynamik verleiht. Die schlanken, voll versenkten Türgriffe des Fünftürers fahren auf Knopfdruck heraus. Die rahmenlosen Seitenscheiben unterstreichen den Coupé-Charakter der Studie.

Mercedes-Benz GLA Showcar; 2013Auf den 20 Zoll großen Rädern im markanten Fünf-Speichen-Turbinendesign sitzen Reifen im Format 255/45 R 20. Sie wurden eigens für den Concept GLA entworfen: Ihr Profil ist so gestaltet, dass es die Linien der Speichen aufgreift und diese optisch verlängert. Die breiten Schultern über der Hinterachse, die durch den Einzug der C-Säule besonders hervortreten, werden über die Leuchten nach hinten fortgesetzt. Dadurch wird das Heck breitenbetont. Aufmerksamkeit verdient auch der große Dachspoiler: Er nimmt die Struktur der hinteren Dachbeplankung auf und beherbergt das Zusatzbremslicht. Im Bereich der hinteren Stoßfängerverkleidung befinden sich weitere SUV-Typische Elemente wie ein Ladekantenschutz und ein optischer Unterfahrschutz. Die doppelflutige Abgasanlage demonstriert den sportlichen Anspruch. 

Mercedes-Benz GLA Showcar Studio; 2013Mercedes-Benz GLA Showcar Studio; 2013

Die Rückwandtür besitzt eine Zuziehhilfe und schließt/öffnet elektrisch. Wird sie samt der einteiligen Rückleuchten nach oben geschwenkt, werden Zusatzleuchten sichtbar, die den rückwärtigen Verkehr bei geöffneter Heckklappe warnen. Weitere Beleuchtungseinheiten beherbergt der hintere Querträger auf der Dachreling.

Mercedes-Benz GLA Showcar Studio; 2013Das Interieur reiht sich gestalterisch in die Familie der neuen kompakten Mercedes Modelle ein, jedoch neu interpretiert als moderner und äußerst hochwertiger SUV. Dabei dominieren Leder und dunkel galvanisiertes Aluminium und bilden einen spannenden Kontrast. Die vier Einzelsitze und die Türmittelfelder sind mit kräftigem braunem Naturleder bezogen. Nicht nur die Farbe erinnert an Sättel, sondern auch die Verarbeitung: Insgesamt finden sich im Concept GLA über 20 Meter von Hand verarbeitete Nähte. Auf den Sitzflächen, die in der Mitte Inlays aus hochwertigem Segeltuch tragen, unterstreichen Prägungen des Leders das Sattelthema. Die vier Sportsitze mit integrierten Kopfstützen besitzen allesamt beleuchtete Spangen im Durchbruch der Kopfstützen. Graues Naturleder mit einer grafischen Narbung wird unter anderem an der Rückseite der Vordersitze verwendet und setzt das Spiel mit Grafiken, die aus Flächen kommen, fort. Armauflagen und Mittelfelder der Türbeläge sind als sichtbare Struktur gestaltet.

Mercedes-Benz GLA Showcar Studio; 2013Die Armaturentafel ist mehrlagig konstruiert. Auf der belederten Oberfläche sitzt eine Trägerstruktur aus mattiertem und poliertem Aluminium, die auch alle Instrumente hält. Die Schrauben sind sichtbar und besitzen ein eigens entwickeltes Design. Eine Plexiglasabdeckung schützt vor Verschmutzung. Hinterleuchtung betont den Eindruck schwebender Ebenen. Die Tasten, mit denen sich COMAND Online bedienen lässt, sind technisch präzise gefertigt. Dazu wurde Plexiglas von hinten schwarz lackiert und die Piktogramme ebenfalls von hinten eingefräst und aufgefüllt. Die Luftdüsen in der Instrumententafel und im Fond sind eine stilistische Weiterentwicklung. Wie beim Concept A-CLASS und beim Concept Style Coupé sind sie hinterleuchtet ausgeführt. Abhängig davon, welche Temperatur die Insassen bei der Innenraumklimatisierung wählen, ändern sie ihre Farbe. Bei 22 Grad leuchten sie weiß, wird kühlere Frischluft für den Innenraum gewählt, sind sie blau, beim Wunsch nach warmer Luft erstrahlen sie rot.  Im Gepäckraum setzt eine Ambiente-Beleuchtung mit Lichtleitern die lange, von der Instrumententafel bis zu den Rücksitzen durchgezogene Mittelkonsole optisch fort. Die ebene Fläche des Gepäckraums wird über eine rechteckige Lichtleiste im Boden betont. Sicher verzurren lässt sich Gepäck mit Hilfe eines federbelasteten Vier-Punkt-Gurtschlosses aus dem Helikopter-Bau. Die Rückenlehnen der hinteren Sportsitze lassen sich mit einem Griff nach vorne klappen, es entsteht eine ebene Ladefläche.

Mercedes-Benz GLA Showcar; 2013Licht vom Laser: völlig neuartige Scheinwerfer projizieren Licht und Bilder. Film ab: die Frontscheinwerfer des Concept GLA sind mit jeweils einem Laserbeamer ausgerüstet. Diese dienen nicht nur als Fahrlicht, sondern können auch Bilder und Filme auf Leinwände oder Flächen projizieren. Alternativ wird die Action live produziert: Denn der Concept GLA besitzt zwei Kameras, die vorne in der Dachreling sitzen. Aber nicht nur 3D-Aufnahmen während der Fahrt des Concept GLA sind möglich: Die HD-Kameras lassen sich abnehmen und zum Beispiel auf einem Mountainbike-Helm befestigen. Je ein Zusatzscheinwerfer an jeder Kamera sorgt für gute Beleuchtung in allen Situationen. Alternativ zur Projektion lassen sich die Filme auch im Innenraum auf dem Bildschirm von COMAND Online betrachten. 

Die Laserbeamer sind mehr als eine Fingerübung der Mercedes-Benz GLA Showcar; 2013Techniker und Designer von Mercedes-Benz. Als Fortführung des Head-Up-Displays könnten sie für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen: So ließen sich mit Hilfe dieser Technologie beispielsweise die Abbiegehinweise des Navigationssystems als Pfeile auf die Fahrbahn projizieren – auch andere Verkehrsteilnehmer könnten so sehen, wohin der Fahrer will.  Mit Laser- und LED-Technologie: die Scheinwerfer des Concept GLA sind aber nicht nur wegen der Laserbeamer und ihrer sichtbaren Kühlung mit einem rotierenden Lüfter interessant. Bei der „Coming-home“-Funktion pulsiert das blaue Licht und signalisiert, dass das Fahrzeug auf seinen Fahrer wartet. Während das Fahrlicht erstmals von einem Laser erzeugt und über eine Spiegellinse umgelenkt wird, dienen für das Tagfahrlicht in Form der charakteristischen Fackel und für die Blinker jeweils LED. Die Blinker wurden als digitales Lauflicht realisiert und sind damit eine Weiterentwicklung der „La-Ola“-wellenartigen Konstruktion beim Concept Style Coupé. Man darf gespannt darauf sein, welche der am Concept Car zu sehenden Innovativen Ideen den Einzug in die Serienfertigung (oder die Aufpreisliste) finden…





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