Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé: Roll-over Royce

Das Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé  ist das Beste, was die Open-Air Abteilung  im Automobilbau derzeit zu bieten hat. Dafür darf der Name dann auch durchaus etwas weitläufiger sein. Diesen automobilen Traum begraben sollten diejenigen, denen rund 72.000 Euro schon zu viel sind. Denn das ist grade mal die ausgewiesene Mehrwertsteuer vom Basispreis 452.200 Euro.

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Schon mal den Begriff Bespoke gehört? Wenn nicht, dann können Sie bei hierbei Fineartofliving Ihren automobilen Wissenshorizont erweitern. Aber dazu muss man etwas ausholen: Rolls Royce, die britische Traditionsmarke mit dem ehernen Namen, baut keine Autos von der Stange. Jedes Gefährt, das die edle Anlage in Goodwood verlässt (ja, genau, da wo Lord March jene spektakulären Rennveranstaltungen abhält), ist ein Unikat. Nicht nur, weil hier noch im Manufakturbetrieb gearbeitet wird, sondern gerade weil es für jedes Mobil eine mehr oder minder lange „Bespoke“-Liste gibt. Bespoke bedeutet auf Deutsch: maßgeschneidert. Und das sind alle Fahrzeuge, die vorne am Kühler den Spirit of Ecstasy spazieren fahren.

Roll Royce Drophead Coupé

 

Zunächst einmal gibt es Motoren aus dem Hause BMW. 12-Zylinder vom Feinsten. Technisch auf dem neuesten Stand. Dann das Fahrwerk, auf das der Motor aufgesetzt wird. Und dazu gibt es drei Modelle, Na gut, streng genommen vier. Erstens: Der Phantom. Quasi das Urmeter aller Rolls and Royces. Den gibt es auch als sogenannte Long-Wheel-Base, sollte sich der zukünftige Besitzer auf den rückwärtigen Sitzen wider Erwarten etwas beengt fühlen. Und den Ghost, der als der Kleine bezeichnet werden kann, weil er eben die Kurzversion mit eigenen Charakteristika ist. Und das Drophead Coupé.

RR P90091472 lresWir sprechen bei dem „Cabrio“ von einem veritablen Watzmann unter den offenen Fahrzeugen. Gute 2,5 Tonnen, Stahl, feinstes Leder, edelste Technik, sieben Lagen Lack, ausgesuchte Hölzer und eben „Bespoke“. Und weil ein Rolls-Royce nicht von der Stange ist, kann man auch höchstens die Kategorie benennen, aber nie den genauen Ausstattungsgrad. Die Farbe etwa lässt sich – auf Wunsch – gerne auch an der Farbe des Lippenstifts der Besitzerin oder Mitfahrerin ausrichten. Leder kommt fast ausschließlich aus Friedberg in Sachsen. Wer mag, kann sich selbstverständlich auch großkarierte Tuche verarbeiten lassen. Die Techniker in Goodwood machen alles möglich.

Roll Royce Drophead Coupé

Aber das sind Nebenschauplätze. Zunächst. Das Drophead Coupé als solches ist die Erscheinung, um die es geht. Auf satte 5,61 Meter verteilt sich sehr hohe Eleganz, die mit fast zwei Metern Breite auch eine enormer Präsenz bietet. Wer beim Anblick des gewaltigen Kühlergrills und des danach folgenden Automobils nicht schwach wird, der bekommt auch sonst nie Gänsehaut. Hat man erst einmal den Schlag geöffnet – die Bezeichnung Tür ist zu profan für die gigantische Öffnung – und sich auf den ausladenden Sitz gefläzt, folgt die gedankliche Frage, wie man das weit offen stehende und gegenläufig funktionierende Portal denn jetzt schließen soll. Man nicht. Das macht das Drophead Coupé auf Knopfdruck. Und dann ist Ruhe. Der umbaute Raum ist derart gut isoliert, dass nichts nach innen dringt. Und auch wenn der Motor läuft, kann man lediglich am leisen Säuseln entscheiden, ob er an ist. Geht das mehrlagige Verdeck in Offen-Position legt es dabei zugleich ein mit Holz veredeltes Deck frei, das mit der Plicht einer Riva-Yacht keinen Vergleich zu scheuen braucht, ist Sprachlosigkeit Pflicht.

Rolls Royce Drophead Coupé

Für das, was folgt, wenn die Achtgangautomatik – ebenfalls aus dem Hause BMW – mit dem 12-Zylinder Kontakt aufnimmt, spielen Zahlen zum Thema PS und/oder Drehmoment überhaupt keine Rolle. Fast sieben Liter Hubraum genügen, um im Zweifelsfalle eine ganze Flotte Golf zu bewegen. Und weil Rolls Royce derart distinguiert ist, gibt es ein eigenes Wort für die Art der Fortbewegung: Waftability. Das heißt so viel wie dahin schweben. Und genau so ist das Fahrgefühl, wenn man hinter dem großen Lenkrad sitzt und sich von Edelmetall, Chrom und Edelstahl manövrieren lässt. Alle Steller mit Ausnahme der Klimaregler, wirken so, als seien sie aus dem Vollen gefräst. Sie rasten mit vernehmlichem Klicken ein und sorgen so für gute Einstellarbeit. Entertainment kann das Drophead Coupé auch. Wieder ist Mutter BMW spendabel, bietet den kompletten Baukasten aus Connected Drive und den iDrive-Drück-Drehsteller als Navigationshilfe. Dazu fährt die analoge Uhr in der Mitte nach hinten und der profane Bildschirm zwischen dem im Mirror Design gearbeiteten Holzpaneelen aus. Wer sich, wie es nur standesgemäß ist, im Rolls Royce fahren lässt, wird dieses moderne Tool womöglich nie zu sehen bekommen, denn der Fahrer wird den Weg kennen.

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Was sonst noch im Coupé stattfinden kann, ist wiederum eine Frage der Bespoke-Liste. Ob gelbes Leder, ein 20-Zoll-Monitor oder gar ein Mini-Kühlschrank für den Lieblings-Softdrink, Rolls Royce macht es möglich. Und da sind Endpreise wie auch Durchschnittsverbrauch von 14,8 Liter selbstverständlich Petitessen.

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