Mit dem Zug zum Grand Canyon – Mit dem Dampfross in den Wilden Westen

Grand Canyon RailwayNostalgie pur. Mit der Dampflok Nr. 4960 geht es wie im 19. Jahrhundert zum Grand Canyon

Seit April feuert die Grand Canyon Railway(GCR) wieder ihre legendäre Dampfmaschine von 1923 an. Die über 90 Jahre alte Dampflok Nr. 4960 verkehrt bis September an jedem ersten Samstag im Monat zwischen Williams und dem South Rim des Grand Canyon. Der gut 105 Kilometer lange Trip wird von dem fröhlichen Tuten der Dampflok begleitet. Und damit die Umwelt nicht mit zu viel qualmendem Dampf verunreinigt wird, wird die Lokomotive mit Abfallprodukten wie altem Pflanzenöl betrieben, das die Kohlendioxid-Emission reduziert. Sogar das Wasser für den Motorkessel ist aufgefangene Schneeschmelze und Regenwasser.

An allen anderen Tagen verkehrt wie gewohnt die mit Dieselmotoren betriebene Grand Canyon Railway, mit Ausnahme des 25. Dezembers. In authentisch restaurierten Salonwagen fährt die Bahn gute 2 ½ Stunden durch die Berglandschaft hinauf bis zum Grand Canyon Village. Mit Country-Musik und einem inszenierten Überfall durch Banditen, der den Zug auf abenteuerliche Art zum Stoppen bringt, fühlen sich Besucher in die Zeit des Wilden Westens zurückversetzt. So kommen auch (bis dato) Nicht-Eisenbahn-Freunde voll auf ihre Kosten. Jeder Wagen hat seinen eigenen Fahrgast-Betreuer, der sich mit großem Engagement und hoher Geduld jeder Reisegruppe widmet. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt: Frische Früchte, Gebäck, gekühlte Softdrinks und Kaffeespezialitäten werden in den sechs Klassen serviert. Bei so viel Annehmlichkeiten vergeht die Fahrt meist schneller, als es den Gästen lieb ist.

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Seit dem 17. September 1901 wird der Grand Canyon, der 1919 zum Nationalpark wurde, mit der Bahn erreicht. Die private Santa Fe Railway eröffnete die Bahnstrecke, so dass es seitdem jedem möglich war, den Canyon zu besuchen. Mit dem Aufkommen des Autos nahm die Notwendigkeit, die Bahn zu nehmen, stetig ab, so dass am 30. Juni 1968 der letzte Personenzug den Grand Canyon verließ. Erst am 17. September 1989, also genau 88 Jahre nach dem ersten Zug, verkehrte erstmalig wieder ein von einer Dampflokomotive gezogene Bahn auf der Strecke.

Imposante Eindrücke von der herrlichen Natur Arizonas erhalten Besucher auch bei einer Fahrt mit der Verde Canyon Railroad. Landschaften, die wie Postkarten-Motive aussehen, so atemberaubend, dass es fast surreal scheint, sind nur ein Teil der Magie dieser Eisenbahn. Der Zug nimmt die Passagiere mit auf eine gemütliche vierstündige Fahrt vom Clarkdale Depot an der Ghost Ranch in Perkinsville und zurück. Ein Rückzug ins Herz des Landes, zurück zu seinen ursprünglichen Wurzeln, ist das, was diese herrliche, sowohl unterhaltsame als auch lehrreiche Route ausmacht.

Arizona Süd 29

Die Zugfahrt führt über Brücken, durch Tunnel und vorbei an ehemaligen Indianer-Reservaten. Über Lautsprecher erfahren die Gäste Wissenswertes zur Entstehung des eindrucksvollen Verde Canyon und seiner Tierwelt. Ein besonderes Highlight sind die amerikanischen Weißkopfadler, die ihre Nester mitunter direkt neben der Bahnstrecke bauen und im Frühjahr dort brüten. Weil sie zum Überleben auf die intakte Natur angewiesen sind, hat sich die Bahngesellschaft ihrem Schutz verschrieben.

Um die Sehenswürdigkeiten voll und ganz genießen zu können, bietet es sich an, in der ersten Klasse zu reisen. Hier warten bequeme Sessel mit Tischchen sowie ein kleines Büffet mit diversen Snacks auf die Reisenden, zudem ein hervorragender Barservice. Die Economy-Klasse begeistert mit Möbeln im Vintage-Stil, riesigen Sichtfenstern und Snack-Bars. Für alle Passagiere stehen offene, geräumige Aussichtswagen zur Verfügung, so dass der Fotoapparat ein Muss ist. Besonders für Liebhaber von Nostalgiezügen lohnt sich eine Fahrt mit der Verde Canyon Railroad.

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In Tucson wartet das historische Eisenbahndepotdarauf, von Besuchern erobert zu werden, denn hier lassen sich spannende Wild-West-Geschichen hautnah nachvollziehen. 1907 erbaut und 2004 restauriert, beherbergt es neben einer als Personenzug gestalteten Eingangshalle auch ein Restaurant und das ausgezeichnete kleine Southern Arizona Transportation Museum, das mit Informationen über das Transportwesen aufwartet. Hier erfahren Interessierte alles über die berühmte Schießerei von 1882 am O.K. Corral, in die die Revolverhelden Wyatt Earp und Doc Holliday involviert waren und können ein Foto neben ihren lebensgroßen Bronzestatuen aufnehmen.

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Wer in Phoenix zu Besuch ist und sich für die Geschichte des Schienenverkehrs interessiert, sollte dem Arizona Railway Museum einen Besuch abstatten. Eisenbahn-Artefakte, alte Passagierwagen, eine echte Kombüse und ein Souvenirladen versprechen einen abwechslungsreichen Ausflug. Ein weiterer Höhepunkt ist der McCormick-Stillmann Railroad Park im Herzen von Scottsdale. Eine Miniatur-Ausgabe der Paradise and Pacific Railroad nimmt die Gäste mit auf eine kleine Rundfahrt und auf dem antiken Karussell kann man sogar eine kleine Zeitreise in die eigene Kindheit unternehmen. Wissbegierige Besucher können sich im Museum oder in der Fertigungsstätte für Modelleisenbahnen umfangreich informieren. Wer dann eine kleine Erholung braucht, findet diese auf den zahlreichen Grünflächen oder im Innenhof mit Picknickplätzen.

 






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